SV Eintracht Erfurt - Sport-Freunde Marbach 4:0
„Schlimmer geht´s nimmer“, wird sich Marbachs Trainer Haase gesagt haben. Es hagelte vor dem Spiel Spielerabsagen ohne Ende. Auf der Ersatzbank saßen mit Vollmer und Schönau zwei Spieler aus der 2. Mannschaft und Krause aus der Seniorenmannschaft stand sogar in der Startelf. Vor ab schon mal so viel, Krause spielte eine absolut solide Partie und machte seine Schnelligkeitsnachteile mit sehr gutem Stellungsspiel wett.
Das die Partie gegen den Tabellendritten der Regionalklasse schwer werden würde, war allen Beteiligten und Zuschauer im Vorfeld bereits klar. Trotzdem gestalteten die Sport-Freunde das Spiel lange Zeit recht offen, spielten aber im Vorwärtsgang zu überhastet und vor allem viel zu ungenau. Ausgerechnet dem sonst so sicheren und routinierten Thieme unterlief ein folgenschwerer Fehler. Rödiger spielte den Ball kurz vor der Mittellinie zurück auf Thieme. Der wollte weiter auf seinen Schlussmann Topf zurückspielen, übersah dabei den bereits lauernden Kolpar und spielte ihm den Ball genau vor die Füße. Kolpar passte noch einmal quer und schon stand es 1:0 für Eintracht. Thieme hakte aber seinen Fehler schnell ab und spielte danach an gute Partie. Der unbequeme Kolpar sah gegen ihn keinen Stich mehr und lief recht gefrustet und lustlos über den Platz. Das Spiel plätscherte bis zum Halbzeitpfiff so dahin und war geprägt von sehr vielen Fehlpässen auf beiden Seiten.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde das Spiel der Marbacher endlich etwas präziser und druckvoller. Endlich erspielten sie sich auch Chancen zum Ausgleich. Die größte Chance vergab Dörig nach einem Freistoß, halbrechte Position, ca. 20 Meter Torentfernung. Der Ball klatschte an den linken Pfosten und Dörig genau vor die Füße. Doch der brachte aus 5 Metern den Ball nicht im leeren Tor unter. Trainer Haase und die Marbacher Fans hatten den Torschrei bereits auf den Lippen. In der Folgezeit waren die Sport-Freunde weiter bemüht ohne aber wirklich Gefahr für das Tor von Eintracht Erfurt auszustrahlen. Das Spiel der Gäste war weiter zu ungenau und zu ausrechenbar. Meist wurde die Angriffsversuche über die rechte Seite vorgetragen. Dort konnte aber weder Thieme noch Rödiger Akzente setzen. Kaum eine Flanke kam gefährlich in den Strafraum der Gastgeber. Auf der linken Außenbahn wurde Großmann, meist völlig freistehend, viel zu oft übersehen und zu wenig ins Spiel eingebunden. Gegen einen Gegner wie Eintracht muss man Überraschungseffekte parat haben. Auf diese wartete man heute bei den Gästen leider vergeblich.
Die Chancen der Gastgeber sollen natürlich nicht unerwähnt bleiben. Sie spielten ihr schnell vorgetragenen Angriffe zwar auch nicht immer präzise aus, kamen aber doch zu einigen hochkarätigen Chancen. Topf zeigte aber einmal mehr eine überragende Leistung und ließ die Eintracht-Spieler ein ums andere Mal verzweifeln. Als aber ausgerechnet, der eigentlich abgemeldete, Kolpar völlig frei am langen Pfosten stand, war auch er machtlos. Das 2:0 war natürlich die Vorentscheidung in diesem Spiel. Zu harmlos war das Spiel der Marbacher an diesem Tag, als dass man noch Hoffnung auf eine Resultats Verbesserung hatte.
Dann kam es knüppeldick für die Sport-Freunde. Auf der linken Seite wurde ein Eintracht Spieler steil geschickt und von Michael Linke unfair zu Fall gebracht. Da er letzter Mann war, wussten alle was folgen würde. Freistoß für Eintracht und Rot für Michael Linke. Trainer Haase war darüber aufgebracht und empfand die Entscheidung als zu hart. Aber er hatte natürlich im Hinterkopf, dass sein Kader soeben wieder kleiner geworden ist. Die Entscheidung des Schiedsrichters war völlig korrekt, dass wusste auch Haase. Der fällige Freistoß wurde scharf in den 16er getreten wo er von Christian Linke dann ins eigene Tor, zum 3:0 für Eintracht, „verwandelt“ wurde. Jetzt waren die Messen endgültig gelesen und die Sport-Freunde ließen die Köpfe hängen und die Gastgeber spielen. So kam das 4:0 dann auch nicht mehr überraschend und Erinnerungen wurden an den letzten Spieltag der vorangegangen Saison wach, als man hier mit 6:0 unter die Räder kam. Am Ende blieb es bei dem 4:0 Sieg der Gastgeber, der um ein oder zwei Tore zu hoch ausfiel. Der alte Spruch: „Wenn du sie vorne nicht machst, bekommst du sie hinten rein“, hat sich heute wieder einmal bewahrheitet.
Zum Schluss noch einmal vielen Dank an die zahlreichen Marbacher Fans, die sich an dem Osterwochenende die Zeit genommen haben unsere Mannschaft zu unterstützen.
Staistik
Tore: 1:0 S. Hofmann (14.), 2:0 S. Kolpar (77.), 3:0 C. Linke (85. ET), 4:0 Wehle (90.)
Eintracht Erfurt: Mittelbach – Schmoll, Hesse, S. Hofmann, Busse (67. B. Kolpar), Schweigel, Duske (87. Wehle), S. Kolpar, Feller, Horvath, Eitberger
Sport-Freunde Marbach: Topf – Krause, Leonhardt, Thieme, M. Linke (80. RK), Claus, Catterfeld, C. Linke, C. Rödiger, Großmann, Dörig (73. Schönau)



