Sport-Freunde Marbach - Empor Walschleben 0:2

Der souveräne Spitzenreiter Empor Walschleben war an diesem Wochenende Gast im Marbacher Sportpark. Sie verfügen über den drittbesten Sturm und die mit Abstand beste Abwehr. Die Sport-Freunde dagegen haben z. Z. eine Negativserie, bedingt durch verschiedene Faktoren (Verletzungspech, Sperren und andere Ausfälle). Die Favoritenrolle war also sehr klar vergeben.

Für Trainer Haase ist das wiederholte Umstellen seiner Mannschaft fast schon zur Routine geworden. Dieses Mal erwischte es die gesamte Offensivabteilung. Mario Hofmann zog sich im Freitagabendspiel gegen Kerspleben einen Bruch des rechten Fußes zu. In dieser Situation hätte es Strafstoß für Marbach geben müssen, aber Schiedsrichterin Cora Winter sah das anders. Eine Fehlentscheidung mit weiteren Folgen. Rödiger ließ sich zu ein paar unfreundlichen (wenn auch berechtigten) Worten hinreißen und sah dafür seine fünfte Gelbe Karte. Da auch Großmann sich seine fünfte gelbe Karte abholte, fehlten diese drei Spieler im heutigen Spiel. Bitter vor allem, dass Goalgetter Hofmann den Rest der Saison verletzungsbedingt ausfällt. Trainer Haase war also nicht zu beneiden. Er wartete mit einer überraschenden Aufstellung auf. Hertel schickte er in den Sturm und Thieme (eigentlich rechter Verteidiger) stand ihm dort zur Seite. Ein Schachzug der nicht nur die Marbacher Zuschauer sondern auch die Walschlebener sichtlich überraschte. Thieme suchte des Öfteren das Eins gegen Eins und brachte die Abwehr des Spitzenreiters gehörig in Schwitzen. Leider verfehlten seine straffen Schüsse das Ziel oder seine Flanken fanden keinen Abnehmer.

Lobenswert war in der ersten Halbzeit das sehr gute Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft. Die Abwehr um Michael Linke stand sicher und ließ kaum Chancen des Gegners zu. Focke machte seinen „Job“ auf der für ihn ungewohnten rechten Verteidigerposition genauso gut wie der kurzfristig reaktivierte Christian Linke in der Innenverteidigung.

Walschleben war optisch leicht überlegen und spielte auch den technisch feineren Fußball. Marbach setzte dem vor allem Kampfgeist und Laufbereitschaft entgegen. Die sonst so sichere Abwehr der Gäste zeigt sich davon durchaus beeindruckt und teilweise verunsichert. Marbach versuchte ihrerseits keine Freistöße vor ihrem 16er zu zulassen, da man gehörigen Respekt vor der Schussgewalt von Tanz hatte. Einmal versuchte es Tanz aus ca. 20 Metern aus halbrechter Position. Sein Schuss ging ab weit über das Tor von Keeper Topf.

Die Führung für die Gäste fiel dann nach einer Standardsituation. Eine Ecke von der rechten Seite brachten die Walschlebener punktgenau auf den Kopf eines Mitspielers, der Keeper Topf keine Chance ließ.

Gegen Walschleben bekommt man nur sehr wenige Chancen, die muss man dann aber auch nutzen. Leider fehlte den Marbachern die Kaltschnäutzigkeit vorm Tor. So ging es mit einer knappen 1:0 Führung der Gäste in die Halbzeitpause.

Zweikampf: Thieme und der Ex-Marbacher Bube

In der zweiten Hälfte anfänglich das gleiche Bild, zwei Mannschaften auf Augenhöhe die beide sowohl läuferisch als auch kämpferisch sehr viel investierten. Leider erzielten in dieser Phase die Gäste aus Walschleben das vorentscheidende 2:0. Der bereits angesprochene Tanz foulte ganz klar, Schiedsrichter Hötzel übersah dies unverständlicherweise und Tanz macht dann auch noch das Tor zum 2:0. Kurz darauf die nächste Fehlentscheidung des , sonst guten, Schiedsrichtergespanns. Hertel wurde mit präzisem Steilpass zentral geschickt und lief allein auf das gegnerische Tor zu. Doch der schlecht postierte Schiedsrichterassistent entschied auf Abseits. Meine eigene, wesentlich bessere Position, erlaubt mir, hier von einer klaren Fehlentscheidung zu sprechen. Ob Hertel das Tor gemacht hätte ist rein theoretisch, aber ihm wurde die Chance genommen es zu versuchen.

Das Spiel der Sport-Freunde wurde nun immer hektischer und unüberlegter. Kaum ein Pass fand den Weg zum eigenen Mitspieler. Trotzdem hatte man immer noch das Gefühl, das heute was gehen kann. Im Mittelfeld rackerten Catterfeld und Claus doch auch ihre Zuspiele waren zu ungenau, so dass der Sturm weitgehents in der Luft hing. Thieme verzettelte sich immer mehr in Laufduellen und übersah öfters den besser postierten Mitspieler. Da Marbach jetzt immer mehr aufrückte ergaben sich zwangsläufig Konterchancen für die Gäste die aber fast immer in letzter Sekunde von der Abwehr und dem gut mitspielenden Topf entschärft wurden.
Positiv war das Bemühen der Sport-Freunde bis zuletzt das Resultat freundlicher zu gestalten. Da man es jetzt aber fast ausschließlich mit langen hohen Bällen versuchte, verpufften die Angriffsversuche in der kopfballstarken Abwehr der Gäste kläglich. Trotzdem wäre in zwei Situationen ein Tor drin gewesen. Erst behinderten sich zwei Marbacher gegenseitig, als sie es fertig brachten eine präzise Flanke von rechts außen aus zwei Metern NICHT im Tor unterzubringen. Dann sprintete Christian Linke aus der eigenen Hälfte energisch Richtung Gästestrafraum und zog aus 20 Metern ab. Sein Ball klatsche aber leider nur an die Latte. Die letzten Minuten plätscherten dann so dahin. Es blieb am Ende beim Sieg des Spitzenreiters, der aber mehr gefordert wurde als er sich das vorgestellt hat.

Betrachtet man die Umstände des Spiels kann man mit der Leistung der Sport-Freunde nicht ganz unzufrieden sein. An der Einstellung hat es heute mit Sicherheit nicht gelegen, die spielerischen Mittel waren aber ob der vielen Ausfälle leider begrenzt.

Ein Teil unserer Gäste aus Walschleben sollten, nach meiner Meinung, ihr Auftreten auf und neben dem Platz überdenken. Einem souveränen Spitzenreiter steht so viel Arroganz leider schlecht zu Gesicht und hinterlässt auf der super Saisonleistung einen unschönen Fleck.

Statistik

Sport-Freunde Marbach: Topf, M. Linke, Leonhardt, C. Linke, Focke, Wündsch, Claus, Mann, Catterfeld, Hertel, Thieme

SV Empor Walschleben:

Schiedsrichter:
Hötzel